Aufgrund der nicht guten Wettervorhersage und der geringen Schneeauflage wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Teilnahme freigestellt. 2 Teilnehmerinnen waren trotzdem entschlossen und wollten ihre Tourenerfahrungen erweitern, so daß eine Absage nicht erforderlich war.
So starteten wir am Donnerstag früh um 6 Uhr am Hauptbahnhof. Zug- und Busanreise klappten gut und nach entspanntem Hüttenaufstieg konnten wir als alleinige Gäste das Abendessen auf der Langtalereckhütte geniessen. Mit Skiausrüstung kann man kostenlos von Ötztal Bahnhof nach Obergurgl fahren.
Freitag mit 10 cm Neuschnee Start und LWS 2 aufs Eiskögele mit der Option bei Wetterbesserung ins Rotmoostal abzufahren. Der erste Teil im Whiteout, dann aber immer weiter aufklarend, so daß wir am Gipfel im Sonnenschein einen Rundumblick auf die Ötztaler Berge geniessen konnten. Bei der Abfahrt in den Rinnen und Mulden konnten wir bei gebührender Vorsicht doch recht schöne Schwünge machen. Zwischendrin musste man aber gelegentlich über einige Steine vorsichtig zur nächsten Schneemulde wechseln. Zurück auf der Hütte machte es wieder zu, so daß die Sonnenterasse keine Option mehr war.
Samstag bei ähnlichen Bedingungen (Whiteout) und 5 cm Neuschnee hinein ins Langtal in Richtung Mittlerer Seelenkogel. Die steile Rampe im Langtal hinauf war mit versteckten Blankeisbollen gepanzert, was zu einem Rutsch des Kursleiters führte. Der zweite Versuch brachte uns gut über ein Rinnensystem die steilen 100 Höhenmeter hinauf. Bei immer wieder guten Sichtbedingungen kamen wir weiter und konnten unterhalb des Gletschers bei wärmender Sonne pausieren. Dann wurde es wieder garstig. Oben am Joch auf 3400m konsultierten wir bei einer kleinen Wetterbesserung das Regenradar. Das versprach eine Wiederverschlechterung was uns die Entscheidung fürs abfellen und abfahren leicht machte. Oben mit schönem Schnee in guter Sicht in freier Abfahrt und unten mit etwas Suche immer den Aufstiegsspuren entlang. Am Ende durch die steilen Rinnen hinunter ins Langtal und dann stochern und schieben bis zum Wiederanstieg zur Hütte.
Sonntag Richtung Hohe Wilde mit 20cm Neuschnee Start (im Whiteout) ins Langtal hinein. Zum Teil aufklarend. Zunächst ohne Seil über den flachen, spaltenfreien unteren Teil des Langtaler Ferners. Dann anseilen und von unten gesehen links hinauf und ober der Felsinsel hinüber unterhalb des Jochs. Dort hinauf (an einigen Stellen über Spuren des Vortags) und über die flache Rampe hinauf zum Gipfelaufbau. Das Spuren zum Gipfel war sehr anstrengend, da die Gruppen am Vortag nicht so weit gingen. Die Stahlseile in der Querung mussten freigelegt und der ganze Grat neu eingespurt werden. Oben am Gipfel dann bei bester Sicht und Windstille etwas Pause. Nach Abstieg dann bei guten Sichtverhältnissen Abfahrt über den Langtalferner im besten Pulverschnee hinein in die Nebelsuppe, die den ganzen Tag im Tal anhielt.
Montag Start (wieder im Whiteout) hinauf aufs Eiskögele. Am Joch Aufklaren. Verzicht auf den Gipfel und direktes Abseilen nach Norden. Die Abfahrt im besten Schnee dann leider wieder im Nebel, was aber dank Spuren vom Vortag gut ging. Hinunter ins Rotmoostal und Abfahrt um 12.45 mit Bus und Bahn.
Fazit: Trotzdem losgehen kann auch mal funktionieren. Schneebedeckung in tieferen Lagen oft natürlich prekär, die Gletscher aber doch recht gut eingeschneit. Abschnallen war nie erforderlich. Die neuen Ski sollte man dieses Frühjahr besser daheim lassen.




