Skitouren im Fornokessel – 5.4-10.4.2026

Das Wetter nach Ostern soll besser werden. Fürs Oberaletsch scheint uns es aber nach dem vielen Neuschnee noch nicht so weit zu sein. Im Süden sieht es tendenziell auch noch besser aus, hier gab es nicht viel Neuschnee.

Auf der Brancahütte sind in der zweiten Osterwoche noch Plätze frei. Flo, Erik und Christof sind dabei.

Der Plan ist: Anreise für die Karlsruher Samstags mit Zwischenübernachtung bei Christof in Innsbruck. Früh morgens nach Südtirol und Start im Martelltal und erste Nacht auf der Martellhütte. Dann auf die Pizzini-Hütte wechseln. Und von dort dann für drei Nächte auf die Brancahütte. Im Anschluss wieder retour nach Südtirol und von dort nach Hause mit optionaler Zwischenübernachtung in Innsbruck.

Sonntag 5.4.2026:

Über google finden wir eine sehr frühe ÖV-Verbindung von Innsbruck ins Martelltal (5h !!). Also um 5 Uhr früh mit dem Flixbus (für Wiederholer: Ski als Sperrgepäck für jede Person vorher buchen) nach Bozen. Von dort mit dem Zug nach Meran und weiter nach Latsch. Dort nach 45 Minuten Wartezeit (leider ohne Cafe) mit dem Bus zum Gasthof Enzian, wo wir um 10 Uhr bei bestem Wetter eintreffen und anfellen.

An der Martellhütte werfen wir Material ab und gehen noch auf die Köllkuppe. Oben ist der Schnee noch recht hart, weiter unten dannn wird es eine nette Firnabfahrt.

Abends auf der Martellhütte ist es -trotz der vielen Schilder mit Regeln- recht nett, der Hüttenwirt macht es sehr gut. Abendessen und Zimmer sind gut.

Montag 6.4.2026:

Nach moderat frühem Start ziehen wir über den Fürkeleferner in Richtung Zufallspitze los. An der Schulter des Fürkelegrates schultern wir die Schi und steigen ein Stück den Grat hinauf. Wir entscheiden uns, nicht auf der Südseite auf den Gletscher abzufahren, sondern über leichtes Blockgelände auf den Gipfel der Zufallspitze zu steigen. Christof geht noch schnell auf den Cevedale wo sich die Massen tummeln, Flo und Erik fahren über die steile Nordflanke zum Gletscher ab.

Nordseitig ist der Schnee natürlich nicht der beste, da ist es manchmal ganz gut, im pistenähnlich eingefahrenen Bereich zu bleiben. Weiter unten firnt es dann auf und wir gelangen mit nur minimalem Gegenanstieg zur Pizzini-Hütte.

Die Hütte wird von zwei Brüdern gut geführt, der Aufenthalt in einem 4er Zimmer ist angenehm. Flo freundet sich mit einer amerikanischen Gruppe an, die eine recht lustige Kleidungsordnung hatten.

Dienstag 7.4.2026:

Morgens geht es in Richtung Königsspitze los. Es liegt nicht viel Schnee in der ersten Rinne. Wir entscheiden uns, die Ski mit hochzunehmen. Der Aufstieg ist gut gespurt. Die Ski lassen wir am letzten Gipfelaufschwung stehen.

Die Aussicht ist wie an den Vortagen perfekt. Wir steigen aber recht zügig ab, da der Schnee in der Ostflanke nicht besser wird.

Die Abfahrt ist steil aber nicht so exponiert wie gedacht und so gelangen wir recht schnell wieder an die Schulter. Es macht keinen Sinn, die letzten Schneereste aus der Rinne herauszuschieben und so packen wir die Ski wieder an den Rucksack und steigen die Rinne wieder ab.

Über schönen Firn geht es wieder zur Pizzini-Hütte und nach einem Zwischenbier und nach einer Abfahrt mit ein paar Tragestellen fellen wir wieder auf um zur Brancahütte aufzusteigen.

Auch die Brancahütte bietet einen angenehmen Aufenthalt, obwohl das 3er Zimmer recht klein ist.

Mittwoch 8.4.2026:

Erste Tour im Brancakessel wird der Punta San Matteo den wir recht einfach über den Forni-Gletscher erreichen. Im Aufstieg windet es recht stark, am Gipfel gibts aber ein windstilles Eck.

Wie an den Vortagen gibt auch heute perfekte Aussicht.

Die Abfahrt bietet teilweise überraschend guten Schnee und so sind wir mit kurzem Gegenanstieg wieder zurück auf der Hütte.

Donnerstag 9.4.2026:

Morgens gehts mit 200hm Abfahrt ins Tal hinunter. Mit abwechslungsreichem Aufstieg von Norden auf die Cima San Giacomo fahren wir 100hm ab und queren den Südhang der Cima San Giacomo um auf die Gletscherrampe zum Pizzo Tresero zu gelangen.

Auf den Pizzo Tresero gelangt man mit Ski bis hinauf und kann auch von oben abfahren. Der Schnee auf dem Gletscher ist ober wieder recht hart. Wir nehmen die nette Abfahrtsrinne westlich der Isla Persa und gelangen unter geschickter Vermeidung des Faulschnees wieder in den Talboden.

Nun wieder anfellen und nach 200hm auf der Hüttenterasse den Nachmittag einleiten.

Freitag 10.4.2026:

Da unser Bus im Martelltal nur über die Ostertage fuhr, ist unser Rückweg über Sulden gesetzt. Das Wetter ist noch recht sonnig aber es sind schon die ersten Wolken am Himmel. Mit frühem Start geht es zum Schluss recht steil hinauf zum Grat des Monte Pasquale. Für die zügige Rückreise lassen wir den Gipfel aus und gehen zu Fuss ein Stück abwärts zum Colle del Pasquale. Von dort mit Ski zunächst über ruppige Zastrugis hinunter. Schräg hinüber und nach Anfellen zur Casatihütte hinauf, wo die ersten kleinen Schneeflocken fallen. An dieser vorbei und mit einem nochmaligen Anstieg unterhalb der Suldenspitze hinüber zur Abfahrtsroute.

Nun wieder über ruppigen Schnee hinunter zur Skipiste, über die wir recht schnell die Bushaltestelle in Sulden an der Seilbahn erreichen.

Mit mehreren Umstiegen erreichen wir über Landeck Innsbruck. Flo fährt gleich nach Hause, Erik und Christof bleiben in Innsbruck.

Fazit:

Der Fornokessel ist eine Reise wert. Man kann sicher mehr als 3 Tage dort bleiben. Die Gletscher sind auch dort im Rückzug aber es sind immer noch viele verschiedene Touren möglich.

Für Wiederholer per ÖV: Die An/Abreise über die Schweiz über den Ofenpass ist viel schneller als über Landeck oder den Brenner. Man kann die Brancahütte auch über die Schweiz und Livigno erreichen bzw. von dort wieder nach Hause kommen. Leider bieten die länderbezogenen ÖV-Portale keine gute grenzüberschreitende Verbindungssuche. Google kann da helfen und/oder man jongliert mit 2 oder 3 Apps zur Verbindungssuche.

Skihochtouren an der Langtalereckhütte 12-16. März 2026

Auch dieses Jahr stehen Skitouren an unserer Langtalereckhütte im Tourenprogramm des DAV Karlsruhe. Dieses Jahr scheint die Schlucht wieder begehbar zu sein, was die Tourenmöglichkeiten erweitert.

David und Erik reisen unproblematisch mit der Bahn an. Christof kommt aus Innsbruck nach. Moritz, Christoph und Tristan kommen mit dem Auto nach und sind spät abends auf der Hütte, wo sie noch ein Abendessen bekommen.

Am Freitag steht wegen dem guten Wetter gleich die Hochwilde auf dem Programm. Die 200hm Abfahrt ins Tal und der Durchstieg durch die Schlucht sind unproblematisch. Der Aufstieg zieht sich dann wie immer ein wenig. In zwei Gruppen gehen wir am laufenden Seil recht gut auf den Gipfel. Die Sicht ist noch sehr gut, nur gelegentlich quellen die Wolken aus dem Süden hoch. Hinunter gehts auch am Seil, am Gendarm sichern wir den Abstieg.

Die Abfahrt über den Langtalferner ist perfekt. Unten im langen Langtal zieht es sich wieder – besonders für Snowboarder ist das kein Spass. Aber wir kommen dann doch ganz gut an der Hütte an.

Samstags soll es wechselhaft werden. Die Gruppe entscheidet sich für die Eiskögele-Überschreitung. Der steile Hang zum Joch hinauf ist dann doch recht anspruchsvoll. Die Abfahrt mit Einkehrschwung in der Schönwieshütte entschädigt dann wieder.

Von Samstag auf Sonntag schneit es ganz schön und es gibt einen „Dreier“. Deshalb lassen wir den Steilaufschwung aus dem Langtal zum Hinteren Seelenkogel links liegen und gehen den Langtalferner bis zum Hochwildejoch hinauf. Der steile Gletscher erlaubt eine tolle Pulverschnee-Abfahrt.

Christof fährt gleich nach Innsbruck, wir anderen bleiben noch auf der Hütte.

Montags verzichten die Autofahrer auf eine Tour. David und Erik versuchen sich noch mal an der Eiskögele-Überschreitung. Aufgrund der nicht unerheblichen Schneemenge in der steilen Flanke zum Joch wird aber schnell Skigipfel gemacht und über die Hütte nach Obergurgl abgefahren. Die Rückfahrt nach Karlsruhe ist ohne große Eisenbahndramen möglich.

Fazit: Die Langtalereckhütte ist immer einen Besuch wert und erlaubt auch bei nicht optimalen Bedingungen schöne Touren.

Skihochtouren an der Langtalereckhütte, Donnerstag, 13. – Montag, 17. März 2025

Aufgrund der nicht guten Wettervorhersage und der geringen Schneeauflage wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Teilnahme freigestellt. 2 Teilnehmerinnen waren trotzdem entschlossen und wollten ihre Tourenerfahrungen erweitern, so daß eine Absage nicht erforderlich war.

So starteten wir am Donnerstag früh um 6 Uhr am Hauptbahnhof. Zug- und Busanreise klappten gut und nach entspanntem Hüttenaufstieg konnten wir als alleinige Gäste das Abendessen auf der Langtalereckhütte geniessen. Mit Skiausrüstung kann man kostenlos von Ötztal Bahnhof nach Obergurgl fahren.

Freitag mit 10 cm Neuschnee Start und LWS 2 aufs Eiskögele mit der Option bei Wetterbesserung ins Rotmoostal abzufahren. Der erste Teil im Whiteout, dann aber immer weiter aufklarend, so daß wir am Gipfel im Sonnenschein einen Rundumblick auf die Ötztaler Berge geniessen konnten. Bei der Abfahrt in den Rinnen und Mulden konnten wir bei gebührender Vorsicht doch recht schöne Schwünge machen. Zwischendrin musste man aber gelegentlich über einige Steine vorsichtig zur nächsten Schneemulde wechseln. Zurück auf der Hütte machte es wieder zu, so daß die Sonnenterasse keine Option mehr war.

Samstag bei ähnlichen Bedingungen (Whiteout) und 5 cm Neuschnee hinein ins Langtal in Richtung Mittlerer Seelenkogel. Die steile Rampe im Langtal hinauf war mit versteckten Blankeisbollen gepanzert, was zu einem Rutsch des Kursleiters führte. Der zweite Versuch brachte uns gut über ein Rinnensystem die steilen 100 Höhenmeter hinauf. Bei immer wieder guten Sichtbedingungen kamen wir weiter und konnten unterhalb des Gletschers bei wärmender Sonne pausieren. Dann wurde es wieder garstig. Oben am Joch auf 3400m konsultierten wir bei einer kleinen Wetterbesserung das Regenradar. Das versprach eine Wiederverschlechterung was uns die Entscheidung fürs abfellen und abfahren leicht machte. Oben mit schönem Schnee in guter Sicht in freier Abfahrt und unten mit etwas Suche immer den Aufstiegsspuren entlang. Am Ende durch die steilen Rinnen hinunter ins Langtal und dann stochern und schieben bis zum Wiederanstieg zur Hütte.

Sonntag Richtung Hohe Wilde mit 20cm Neuschnee Start (im Whiteout) ins Langtal hinein. Zum Teil aufklarend. Zunächst ohne Seil über den flachen, spaltenfreien unteren Teil des Langtaler Ferners. Dann anseilen und von unten gesehen links hinauf und ober der Felsinsel hinüber unterhalb des Jochs. Dort hinauf (an einigen Stellen über Spuren des Vortags) und über die flache Rampe hinauf zum Gipfelaufbau. Das Spuren zum Gipfel war sehr anstrengend, da die Gruppen am Vortag nicht so weit gingen. Die Stahlseile in der Querung mussten freigelegt und der ganze Grat neu eingespurt werden. Oben am Gipfel dann bei bester Sicht und Windstille etwas Pause. Nach Abstieg dann bei guten Sichtverhältnissen Abfahrt über den Langtalferner im besten Pulverschnee hinein in die Nebelsuppe, die den ganzen Tag im Tal anhielt.

Montag Start (wieder im Whiteout) hinauf aufs Eiskögele. Am Joch Aufklaren. Verzicht auf den Gipfel und direktes Abseilen nach Norden. Die Abfahrt im besten Schnee dann leider wieder im Nebel, was aber dank Spuren vom Vortag gut ging. Hinunter ins Rotmoostal und Abfahrt um 12.45 mit Bus und Bahn.

Fazit: Trotzdem losgehen kann auch mal funktionieren. Schneebedeckung in tieferen Lagen oft natürlich prekär, die Gletscher aber doch recht gut eingeschneit. Abschnallen war nie erforderlich. Die neuen Ski sollte man dieses Frühjahr besser daheim lassen.

Vom Hasli- ins Lötschental, eine Skidurchquerung, 13.-22.04.2019

Schon seit langem steht der Besuch des Konkordiaplatzes und der umliegenden Berge auf unserem Programm. Und am besten noch umrahmt mit einer längeren Skidurchquerung.

2018 macht uns das Wetter dann einen Strich durch die Rechnung. 2019 sind wir leider nur in verkleinerter Anzahl am Start. Uta und Ronja können leider nicht mit, so daß sich Julia, Uli, Christof und Erik am Samstag in der Früh mit der Bahn auf den Weg ins Haslital machen.

13.04.2019 – Bächlitalhütte

Mit 5x umsteigen und einer Seilbahnauffahrt kommen wir am Räterichsbodensee (unterhalb des Grimselpasses) an. Zunächst ist die Sicht noch gut – je näher wir der Bächlitalhütte kommen desto nebliger wird es. Die schlechte Sicht macht die Entscheidung für einen ausgedehnten Mittagschlaf einfach.

14.04.2019 – Obere Bächlilücke, Hubelhorn, Gaulihütte

Morgens ists noch ziemlich zugezogen so daß wir uns anfangs wünschen, wir wären später gestartet. Aber wie so oft wird die Sicht schnell besser und schon bald haben wir Traumwetter. Leider hat es nur ein paar Zentimeter geschneit – aber immerhin…

Die obere Bächlilücke ist von Süden  über die Leitern leicht zu erreichen. Nordseitig kann man von der letzten Stange ein paar Meter abseilen.

Nach einer kurzen Abfahrt fellen wir wieder an und steigen in Richtung Hienderstock auf.  Wir können von unten einen Blick auf die Hiendertelltilücke werfen, die einer der möglichen Übergänge ins Lauteraargebiet ist. An der Hubellücke, einem weiteren Übergang, gehen wir direkt danach vorbei. Hier könnte man sogar mit Ski nach Süden abfahren.

Das Hubelhorn nehmen wir noch mit und fahren dann zum Gaulisee ab. Weiter unten sorgen dann die schlechte Sicht und der nicht ideale Schnee für weniger Vergnügen. Aber irgendwann ist die Gaulihütte auch erreicht.

15.04.2019 – Ankebälli

Das Ankebälli erreichen wir bei Traumwetter und geniessen Pulverschnee und Firn. Kein Vergleich mit gestern.

16.04.2019 – Wetterhorn

Bis zur westlichen Wäterlimi ist das Wetter bescheiden. Aber ab hier bessert sich die Sicht deutlich und wir beschliessen, doch noch zum Wetterhorn – oder auch Weit Weg Horn zu gehen.

Bei guten Verhältnissen erreichen wir den Gipfel und gelangen zurück in die Rosenlaui. Hier zieht es wieder zu und somit ist der Rest der Tour nicht der Rede wert – ausser natürlich die insgesamt knapp 2200hm.

17.04.2019 – Lauteraarhütte übers Hiendertelltijoch

Auch heute nacht hat es nur ein paar Zentimeter geschneit – ein wenig mehr wäre besser gewesen.

Uli ist nicht so fit und so wählen wir den kürzesten Übergang übers Hiendertelltijoch. Mit Ski kommt man direkt unter die Felsen. Ein kurzes Stück Wühlen im Pulverschnee mit Griffen und Tritten an einer Felsstufe und schon wird es einfach. Südseitig vom Joch hinunter sind es nur ein paar Meter zu Fuss.

Die Abfahrt durch das wilde Gelände ist sehr schön. Um zur Hütte zu gelangen muss man noch mal anfellen.

Die Lauteraarhütte hat den Ruf, die schönste Hütte der Berner Berge zu sein, sicher nicht zu unrecht. Sie ist unbewartet – neben uns ist noch eine Gruppe mit Bergführer unterwegs, der Zugriff zum Essensdepot hat. Sehr schön ist das fliessende Wasser – wir können uns so zur Halbzeit unserer Tour noch mal waschen.

18.04.2019 – Oberaarjochhütte

Uli geht es leider nicht besser und so machen wir einen Schlenker zum Oberaarsee, wo sie durch einfaches Gelände mit Mobilfunkempfang zum Grimselpass und nach Oberwald hinunter kommt.

Julia, Christof und Erik machen sich auf den langen Hatsch zum Oberaarjoch. Auf der Oberaarjochhütte ist der neue Pächter dann doch schon anwesend, wir dürfen aber die gut ausgestattete Küche nutzen um unser mitgebrachtes Essen zuzubereiten. Den frisch gebackenen Kuchen nehmen wir aber doch noch mit.

19.04.2019 – Grosses Wannenhorn

Morgens ist die Sicht noch etwas schlecht und so ist die Abfahrt in Richtung Fieschergletscher kein Vergnügen. Schon bald gibt es mächtig Almabtrieb von der Finsteraarhornhütte herunter – kein Wunder um Ostern rum.

Am grossen Wannenhorn ist es aber noch ein wenig ruhiger und wir dürfen beide mögliche Gipfel für uns alleine geniessen. Die Sicht ist leider nicht gut, nur gelegentlich schaut das Finsteraarhorn heraus.

Die Abfahrt ist nicht schlecht und schon bald erreichen wir unser Materialdepot und im Anschluss die Finsteraarhornhütte.

Gut gefüllt wird diese die nächsten 3 Nächte unser Stützpunkt sein.

20.04.2019 – Finsteraarhorn

Heute haben wir nur das Finsteraarhorn auf dem Programm so daß wir uns erlauben, ein wenig später zu starten. Am Frühstücksplatz ist das obligatorische Skitragen angesagt. Bis hinauf ins Hugijoch geht es mit Ski – man merkt daß die letzten grossen Schneefälle schon eine Weile her sind.

Vom Joch bis zum Gipfel geht es auf guter Spur mit nur gelegentlicher leichter Kraxelei. Am Gipfel dürfen wir uns über gute Sicht und wenig Wind freuen.

Die Abfahrt ist erst weiter unten ein Spass – da firnt es dann auf.

21.04.2019 – Ochs und Grosses Fiescherhorn

Leider ist das Wetter heute nicht das beste. Über den Fischerfirn gehts hinauf. Einen eisschlaggefährdeten Bereich können wir nicht ganz vermeiden. 

Im Aufstieg bietet sich ein Abstecher zum Ochs an. Christof und Erik gehen hinüber, Julia macht Pause. Auf dem Gipfel hat man einen guten Blick zur Schreckhorn-Lauteraarhorn-Überschreitung, die Erik mal gemacht hat.

Nun gehts in den Fieschersattel. Julia entscheidet sich, den Gipfel (Hinteres Fiescherhorn) auszulassen. Man kann mit einmal Abseilen über den ganzen Grat gehen oder erst mal rechts herum und über eine kurze Kletterstelle den Grat gewinnen. Wir nehmen das letztere. Am Gipfel ist die Sicht leider nicht die beste. Im Abstieg seilt man die Kletterstelle ab.

Die Abfahrt ist leider nicht der Traum. Es firnt nicht auf und die Sicht ist nicht die beste. Nach viel Schütteln und Rütteln sind wir wieder unter der Finsteraarhornhütte und fellen an.

Da am nächsten Tag abends das Schlechtwetter kommen wird, entscheiden wir uns, gemeinsam am nächsten Tag ins Lötschental abzufahren.

Der letzte Abend auf der Finsteraarhornhütte ist wieder recht stressig. Die Hütte ist voll, die Luft ist schlecht und alle Fenster geschlossen.

22.04.2019

Morgens geht es über die Grünlücke auf den Konkordiaplatz. Nach einem langen Hatscher gelangen wir auf den Gletscherhornfirn und steigen Richtung Gletscherjoch auf. Der Plan ist, die Äbni Flue zu überschreiten. Leider sehen die Verhältnisse in der Ostflanke nicht so gut aus, es ist Blankeis zu sehen.

Um im Zeitlimit zu bleiben, fahren wir wieder zum Aletschfirn ab, fellen an und gelangen unter der Konkordiahütte auf die Lötschenlücke.

Die Abfahrt zur Fafleralp und der Fussabstieg über die Strasse nach Blatten ist schnell erledigt. Recht schnell sitzen wir im Zug nach Karlsruhe und sind nach 9 Tagen wieder daheim.

Vom Rhätikon in die Silvretta – 04.08.-12.08.2018

Dieses Jahr wollten wir – Christine, Christof und Erik – mal wieder eine Hüttenwanderung machen. Die Idee war, nicht so weit weg zu fahren. Ein Blick auf die Karte, eine Selbsteinladung bei unserem Freund Veit und ein paar wenige Hüttenreservierungen machen die Planung einfach. Es soll von Schiers im Rhätikon bis in die Silvratte gehen. Und natürlich ist auch unsere Madrisa-Hütte mit 2 Übernachtungen eingeplant.

Samstag 04.08.2018 – Anreise mit Bahn und Bus nach Schiers

Mit Bahn und Bus gehts morgens nach Fanas zur Talstation der Seilbahn. Wir sind mit unseren Rucksäcken voller Mitbringsel für Veit auf der Alpe froh, die meisten Höhenmeter mit Hilfsmittel zurücklegen zu können. Oben an der Bergstation treffen wir dann auf Veit, der mit AlpkollegInnen beim Klönen ist. Der Weiterweg zur Alp Fadur zieht sich an steilen Hängen entlang – hier ist die Alpwirtschaft sicher kein Zuckerschlecken.

Sonntag 05.08.2018 – Kühetreiben und Zäune stellen

Natürlich hat der Älpler seine erste Inspektionsrunde schon vor dem Frühstück hinter sich gebracht. Wir dürfen ihm aber dann noch helfen, den einen oder anderen Zaun zu stellen und unterstützen ihn beim Treiben der Kühe von der einen zur anderen Weide. Das geht zu dritt besser als alleine. Die Rindviecher sind aber dann doch ziemlich groß und respekteinflößend – vor allem, wenn man am steilen Hang unter ihnen steht.

Kühe treiben auf der Alp

Nachmittags haben wir auch noch ein wenig freie Zeit und besteigen die Girenspitz (nicht die bei St. Antönien). Das Abendessen findet dann vor der Hütte bei bestem Panoramablick statt.

Montag 06.08.2018 – Rhätikon-Höhenweg

Nach einem netten Frühstück gehts übers Fadurer Fürggli auf den aussichtsreichen Rhätikon-Höhenweg. Heute ist zum Glück nicht viel los. Ein paar Kletterer sind in den steilen Südwänden von Kirchlispitzen und Drusenfluh unterwegs.

Blick zum Schweizer Tor

Nachmittags treffen wir auf der Carschina-Hütte ein und manche machen noch einen Ausflug in Richtung Sulzfluh. Die Hütte ist gut besucht – viele Familien mit Kindern, die von Antönien den kurzen Weg hochgekommen sind.

Dienstag 07.08.2018 – Über Partnun und Antönier Joch nach Gargellen

Blick zum Riedchopf

Über schöne Wiesen und (zum Glück nur kurze) Fahrstraße kommen wir zur Partnunstafel wo wir in Richtung Antönier Joch aufsteigen. Bis hier sind wir fast allein – vom Antönier Joch herunter ist man fast wie auf der Ameisenstraße unterwegs. Die Wander-Runde über Gafier Joch zum Antönier Joch mit Ausgangspunkt Bergstation Schafberglifte ist wohl die Hauptattraktion des Tals.

Wir haben aber keine Berührungsängste – hinunter nach Gargellen nehmen wir knieschonende, aber teure „Mountain-Carts“. Shoppen im Dorfladen und Eisessen in der uns vom Winter wohlbekannten Eisdiele bieten sich an.

Nach kurzem Aufstieg gelangen wir zur Madrisahütte wo wir Franz Wild mit Familie als Gesellschaft haben. Der Abend ist mit Selbstkochen sehr entspannt.

Mittwoch 08.08.2018 – Gargeller Madrisa, Madrisahorn

Wir bilden Neigungsgruppen. Christof und Erik besteigen zuerst die Gargeller Madrisa und dann das Madrisahorn. Christine ist gemütlicher unterwegs und wir treffen uns am Gafier Joch, welches wir von vielen Skitouren sehr gut kennen. Zu Fuss ist der Abstieg natürlich etwas langsamer, aber auch schön.

Auf der Gargeller Madrisa

Abstieg vom Madrisahorn – mit Ski ist das besser

Im Sommer kann man hier oben sehr schön die unterschiedlichen Gesteine bewundern. Im Rhätikon findet man den Kalk – im Montafon und der Silvretta gibt es Urgestein.

Donnerstag 09.08.2018 – Tübinger Hütte

Die Etappe zur Tübinger Hütte übers Valzifenztal und Valzifenzer Joch ist landschaftlich sehr schön – aber auch ziemlich weit. Insgesamt aber gut zu schaffen und sicher besser als übers Vergaldner Tal. Vom Vergaldner Joch hinunter ist der Weg ein Stück kettenversichert aber unproblematisch.

Blick zur Tübinger Hütte und in die Silvretta

Freitag 10.08.2018 – Klostertaler Hütte

Morgens gibts leichten Nieselregen und Nebel. Die Hüttenwirtin der Tübinger Hütte macht Stress und möchte uns ins Tal hinunterschicken um dann mit dem Bus und der Seilbahn zur Bielerhöhe zu gelangen.

Da es nachmittags besser werden soll und das Gelände nicht extrem sein wird, schlagen wir den Rat in den Wind und machen uns auf den Weg. Hinauf ins Plattenjoch regnet es noch ein wenig. Aber dann macht es auf, so daß wir gleich noch die Westliche Plattenspitz mitnehmen. Hinüber zur Seelücke geht es auf ganz gut markiertem Steig unproblematisch weiter.

Die gemütliche Saarbrücker Hütte erreichen wir dann in dichtem Nebel und geniessen einen hervorragenden Eintopf.  Ein wenig die Fahrstraße hinunter und man kommt auf den markierten Steig in Richtung Litzner Sattel. Leider ist auch hier die Sicht nicht so gut so daß wir uns den Großen Litzner nur vorstellen können.

Der Abstieg zur Klostertaler Hütte übers Verhupftälli ist zwar leicht zu finden, aber wegen Steilheit und Nässe muss man schon ein wenig aufpassen. Den Bach überwindet man dann über den Steg und gelangt zur Hütte.

Bachüberquerung im Klostertal

Auf der Hütte ist gerade ein Team vom DAV mit Wartungsarbeiten zugange. Wir brauchen aber nicht mitzuhelfen und geniessen den Abend mal wieder mit Selberkochen und Holzmachen. Perfekt.

Samstag 11.08.2018 – Silvretta-Hütte

Noch im Nebel brechen wir in Richtung Rote Furka auf. Die Wolken reissen immer wieder auf so daß wir nachlässig werden und den Abzweig zur Furka verpassen. Das ist aber kein Problem, so können wir die tollen Böden unterhalb der Tällispitz zwei mal durchlaufen. Als wir dann auf der Roten Furka stehen, ist dann auch die Sicht auf den Silvrettagletscher perfekt.

Blick zum Silvrettagletscher

Über einen schönen Steig gehts hinunter zur Silvrettahütte. Da es Samstag abend ist, ist die Hütte gut voll. Aber was solls.

Sonntag 12.08.2018 – Abstieg nach Klosters

Wir nehmen den Umweg übers Galtürtälli und gelangen auf einem sehr schönen Weg hinunter zur Alpe Sardasca. Leider gibts hier keine Trottis zu leihen. Aber man kann die Fahrstraße meistens vermeiden. In Monbiel fährt dann der Bus und ein paar Stunden später sind wir dann dank SBB und DB ganz ohne Staus in Karlsruhe zurück.

Fazit:

Empfehlenswerte Hüttenwanderung durch unterschiedliche Gebirge und Gesteinsarten. Die zwei prima Selbstversorgerhütten (Madrisa-Hütte und Klostertaler Hütte) sowie Einkaufsmöglichkeit sind ideal um die Rucksäcke leicht zu halten.

Sehr schön war auch, daß meistens wenig los war und wir nur selten jemand getroffen haben. Ausnahmen waren der Hot-Spot oberhalb von Gargellen, die Carschina und Silvretta-Hütte.

Als alternativer Startpunkt bietet sich Seewies und die Schesaplana Hütte an.

An- und Abreise mit der Bahn empfiehlt sich.

 

Familienskitouren in der Dauphiné – 7.4. 2017 bis zum 16.4. 2017

Familienskitouren in der Dauphiné       

Erprobt vom 7.4. 2017 bis zum 16.4. 2017

Von: Julia und Ronja, 14 (Julias von legendärem Gipfelehrgeiz besessene Tochter), Erik und Christoph, 15 (Eriks Sohn, angehender Seilträger). Mir, Uta, als (auto?)pädagogische Supervision.

Wenn die jugendlichen Kinder dringend Bewegung brauchen, sollte man eine Skiurchquerung der Dauphiné (Ecrins Massiv) ins Auge fassen. Eine vorzügliche Zeit dafür bieten die Osterferien.

Anfahrt: Auf vielen Ferienanfahrten erprobt und für gut befunden ist das nächtliche Anfahren, so zum Beipiel Abfahrt Karlsruhe 18 Uhr, Ankunft 2:00 in la Bérarde, 1713m, ein Dörfchen mit vielen großen Parkplätzen. Es empfiehlt sich hier ein Wohnmobil, um den Schlaf möglichst unterbrechungsfrei zu gestalten.

 

Tag 1: Als sehr guten Einstieg für diese Durchquerung befinden wir das 700hm Ski tragen: Aufstieg den Vénéon entlang nach Süden und auf einem Südhang zum Refuge de Temple Écrins, 2410m.

Der spartanische Winterraum des Refuges stellt zwei Töpfchen zur Verfügung, in denen mit Hilfe des mitgebrachten Kochers unter hohem logistischen Aufwand warme Nahrung erzeugt werden kann.

!!Familientip: Es gibt genug Decken um mehrere Höhlen zu bauen.

Tag 2: Aufstieg zum Col de la Temple, 3321m. Die Weckzeit sollte zur Unterstützung der guten Laune nicht zu früh gewählt werden, für uns hat sich 5:00 Uhr bewährt, mit Aufbruchzeit 6:30. Schon bald wendet man die beliebte Skitragetechnik kombiniert mit Steigeisengehen in einer ersten hart gefrorenen steilen Tragepassage an. Für die Fürsorgenden gibt es die Möglichkeit dort am Vortag Spuren in den weichen Schnee zu stapfen.

Hinauf geht es nun auf Skiern zum Col de la Temple durch das weite Becken des gleichnamigen Gletschers. Diversen schmerzenden Stellen sollte genügend Gesprächsraum gegeben werden, damit man sich durchwegs entspannt um 11 Uhr abfahrtbereit machen kann. Es folgen ein paar Schwünge im ostseitigen Firn, eine Einfahrt in eine nicht ganz einsehbare steile Rinne und bei wenig Schnee eventuell Zeit für die Übungseinheit „Steigeisen im steilen absturzgefährdeten Gelände anziehen und kontrolliert absteigen“.

Nach dieser interessanten Passage wird mit der ersten längeren Abfahrt der Durchquerung die positive Grundstimmung erzeugt, die für den 600hm Aufstieg auf das Refuge du Glacier Blanc, 2542m, benötigt wird. Kinder wie Erwachsene können auf einem nicht durchwegs spaltigen Gletscher, dem Glacier Noir, Skitechnik in unterschiedlichen Schneearten und Steilheiten praktizieren.
Auf 1950m trifft man auf den Hüttenweg des Refuge, dessen erste steile 300m in Kehren zu Fuß erstiegen werden. Französisch wird hier geübt durch ein Bonjour auf den Lippen, das von den Herabsteigenden auch teilweise erwidert wird. Das Refuge ist bald ständig zu sehen und es empfiehlt sich, die restlichen 300hm vom „schlimmsten Hüttenaufstiegsweg überhaupt“ in angemessener Distanz zu den Schutzbefohlenen zurückzulegen.

Tag 3: Als Einstimmungstour auf den am folgenden Tag anstehenden Dôme de Neige empfehlen wir den Roche Faurio, 3730m. Ein Frühstückszeit von 5:00 ist unbedingt durchzusetzen, damit man an dem berüchtigten dritten Tag genug Zeitpolster hat.
Psychologisches Geschick braucht es hier schon früh im Aufstieg, wenn man die nächste Unterkunft, das Refuge des Écrins, 3175m, passiert. Durch einfühlsames gegeneinander Ausspielen kann noch im Chillwilligsten das nötige Fünkchen Ehrgeiz geweckt werden, um an der Hütte vorbeizuziehen.
Wenn schon kein halber Pausentag eingelegt wird, so sollte man beim Aufstieg doch der unkoordinierbaren Aufeinanderfolge von Ausziehen, Trinken, Anziehen, Pipi machen, Tapen, Anziehen, Essen, Ausziehen, Tapen etc. mit höchster Geduld entgegenkommen. Schließlich gilt es nach einer wirklich schönen Abfahrt noch den 150hm Anstieg zur Hütte zu bewältigen.

!!Nachgedacht: Hat man nun das Bedürfnis, diesen Hüttenanstieg durch das Ausziehen der Skihose in kurzer (Unter)hose angenehmer zu gestalten, muss man bedenken, das dies dem begleitenden Kind in höchster Weise unangenehm, ja sogar äußerst peinlich ist, auch wenn keine fremden Menschen zugegen sind. Ob diese schwere Trauma Spätfolgen haben könnte, muss jede(r) Erziehungsberechtigte selbst beurteilen und danach entscheiden.

Tag 4: Dieser Tag bietet mit dem Dôme de Neige, 4015m, sicher den touristischen Höhepunkt der Durchquerung. Hier sollte man sich nicht selbst unter Druck setzen, Abmarsch um 6:00 reicht bei weitem. Der Jugend kann man in Anbetracht des kurzen Aufstiegs von 1000hm und des erholsamen Trödeltags davor ohne schlechten Gewissens zum Seiltragen animieren und es beim Aufstieg bei einer kurzen Trinkpause belassen. Für die Abfahrt auf dem teils extrem steilen und spaltigen Gletscher ist es abhängig von den Schneebedingungen ratsam dem jugendlichen Ungestüm durch Vorausfahren eine gewisse Bahn vorzugeben.

Tag 5: Am fünften Tag muss bei dieser Durchquerung der sehr steile Col Emile Pic bewältigt werden, der sich je nach Schneelage sehr unterschiedlich präsentiert. In jedem Falle ist die Familientauglichkeit garantiert, wovon auch der Hüttenwirt des Refuge des Écrins überzeugt ist. Für die ganze Familie ist es nach Tagen eintönigen Skischlurfens eine willkommene Abwechslung am selbst installierten Fixseil durch eine bröselige steinschlägige Rinne mit einer luftigen 3er Kletterstelle zu steigen. Da sich im Col die Gelegenheit zum Schneehöhlenbau bietet, finden die Erwachsenen die Möglichkeit den Gipfel des Roche Émile Pic zu befahren ohne sich allzu weit aus der aufsichtspflichtigen Zone zu entfernen.

Die folgende Abfahrt über den Glacier des Agnaux zum Glacier de la Plate des Agneaux ist geeignet für jede Altersstufe und es mangelt auch hier nicht an Möglichkeiten, an der Skitechnik zu feilen. Die Übergangsrinnen auf den zweitgenannten Gletscher sind bei wenig Schnee nicht alle befahrbar. Hier kann man Vertrauen demonstrieren, indem man den Jüngeren die Vorfahrt überlässt.

Das flache Tal hinaus geht es nun zum Refuge de l’Alpe de Villar–d’Arêne, 2077m, in welchem man für einen Pausentag zwei Nächte einplanen sollte. Da unterwegs das Bad in der jungen Romanche wieder Ursprung großer Peinlichkeitgefühle sein könnte, sei erwähnt, dass es im Refuge bei Sonnenschein eine warme Solardusche gibt. Wer das Naturerlebnis jedoch vorzieht, kann seinen Spross gut geschützt vor unangenehmen Anblicken hinter einem der im Gletscherrückzugsgebiet reichlich vorhandenen Hügel warten lassen.

!!Familientipp: Die Hüttenwirtin Sabine, eine gut deutsch sprechende Dame, fragt am Vorabend jede Gruppe nach Tourenziel und Frühstückszeit. Hier schiebt man, möchte man früher aufbrechen als nötig, das Tempo der Kinder als Grund vor und wird –außer bei letzteren – auf Verständnis treffen.

Tag 6: Unsere Empfehlung: Pausentag mit nur 1100hm zum Col des Agneaux, 3157m.

Tag 7: Aufgrund der etwas längeren Etappe sollte man heute schon um 4:00 wecken. Hat man in den letzten Tagen alles richtig gemacht, wird diese Ankündigung nun nur noch stumme Resignation hervorrufen. Die Grand Ruine, 3765m, ist 1700hm entfernt, dennoch möchte man nicht, dass sich der Tag zu sehr in die Länge zieht, weshalb eine gute Pauseneinteilung wichtig ist. Als zumutbar hat sich erwiesen, nach 600hm eine kurze Trinkpause einzulegen und nach 1200hm erst die Esspause. So ist das letzte Drittel etwas kürzer als die ersten, was sich psychologisch positiv auswirkt. Ebenfalls positiv für die Stimmung der Jugendlichen ist es, kein Bewusstsein über die große Länge der Tour zu entfachen und somit kräfteraubenden Diskussionen vorzubeugen.

Von der nunmehr sehr positiven Grundstimmung der Jugend profitieren wiederum die Erwachsenen. So geschehen bei uns, als Ronja die ganze Gruppe in gleichmäßigem Tempo die restlichen 450hm zum Skidepot führt, wo Christoph die Führung durch steilen felsdurchsetzten Firn zum Gipfel und zurück übernimmt. Der erziehungsberechtigter Trainer nimmt hier gerührt zur Kenntnis, dass nicht alle Energie vergeblich war, die in die sportliche Aufbauarbeit geflossen ist.

Solchermaßen rundumbestätigt beschließt man den letzten Abend auf dem Refuge Adele Planchard in dem Bewusstsein, dass sich eine erbauliche Familienskitourenwoche dem Ende zuneigt.

Tag 8: Der letzte Tag bietet anfangs noch etwas Nervenkitzel, wenn mit sehr steilen langen Tragepassagen der Col des Neiges und der Col de la Casse Déserte überschritten werden. Die letzte Abfahrt über den recht spaltigen Glacier de la Grande Ruine und ins Tal des Étançon wird man führen, da in Annäherung an das Ende der Durchquerung die Konzentration nachlässt. Das letzte Skitragen bis zu unserem Ausgangspunkt la Berarde, schließt auf schöne Weise den Kreis.

Unser Fazit: Familienskitouren mit Pfiff, für alle etwas dabei