Das Wetter nach Ostern soll besser werden. Fürs Oberaletsch scheint uns es aber nach dem vielen Neuschnee noch nicht so weit zu sein. Im Süden sieht es tendenziell auch noch besser aus, hier gab es nicht viel Neuschnee.
Auf der Brancahütte sind in der zweiten Osterwoche noch Plätze frei. Flo, Erik und Christof sind dabei.
Der Plan ist: Anreise für die Karlsruher Samstags mit Zwischenübernachtung bei Christof in Innsbruck. Früh morgens nach Südtirol und Start im Martelltal und erste Nacht auf der Martellhütte. Dann auf die Pizzini-Hütte wechseln. Und von dort dann für drei Nächte auf die Brancahütte. Im Anschluss wieder retour nach Südtirol und von dort nach Hause mit optionaler Zwischenübernachtung in Innsbruck.
Sonntag 5.4.2026:
Über google finden wir eine sehr frühe ÖV-Verbindung von Innsbruck ins Martelltal (5h !!). Also um 5 Uhr früh mit dem Flixbus (für Wiederholer: Ski als Sperrgepäck für jede Person vorher buchen) nach Bozen. Von dort mit dem Zug nach Meran und weiter nach Latsch. Dort nach 45 Minuten Wartezeit (leider ohne Cafe) mit dem Bus zum Gasthof Enzian, wo wir um 10 Uhr bei bestem Wetter eintreffen und anfellen.
An der Martellhütte werfen wir Material ab und gehen noch auf die Köllkuppe. Oben ist der Schnee noch recht hart, weiter unten dannn wird es eine nette Firnabfahrt.
Abends auf der Martellhütte ist es -trotz der vielen Schilder mit Regeln- recht nett, der Hüttenwirt macht es sehr gut. Abendessen und Zimmer sind gut.
Montag 6.4.2026:
Nach moderat frühem Start ziehen wir über den Fürkeleferner in Richtung Zufallspitze los. An der Schulter des Fürkelegrates schultern wir die Schi und steigen ein Stück den Grat hinauf. Wir entscheiden uns, nicht auf der Südseite auf den Gletscher abzufahren, sondern über leichtes Blockgelände auf den Gipfel der Zufallspitze zu steigen. Christof geht noch schnell auf den Cevedale wo sich die Massen tummeln, Flo und Erik fahren über die steile Nordflanke zum Gletscher ab.
Nordseitig ist der Schnee natürlich nicht der beste, da ist es manchmal ganz gut, im pistenähnlich eingefahrenen Bereich zu bleiben. Weiter unten firnt es dann auf und wir gelangen mit nur minimalem Gegenanstieg zur Pizzini-Hütte.
Die Hütte wird von zwei Brüdern gut geführt, der Aufenthalt in einem 4er Zimmer ist angenehm. Flo freundet sich mit einer amerikanischen Gruppe an, die eine recht lustige Kleidungsordnung hatten.
Dienstag 7.4.2026:
Morgens geht es in Richtung Königsspitze los. Es liegt nicht viel Schnee in der ersten Rinne. Wir entscheiden uns, die Ski mit hochzunehmen. Der Aufstieg ist gut gespurt. Die Ski lassen wir am letzten Gipfelaufschwung stehen.
Die Aussicht ist wie an den Vortagen perfekt. Wir steigen aber recht zügig ab, da der Schnee in der Ostflanke nicht besser wird.
Die Abfahrt ist steil aber nicht so exponiert wie gedacht und so gelangen wir recht schnell wieder an die Schulter. Es macht keinen Sinn, die letzten Schneereste aus der Rinne herauszuschieben und so packen wir die Ski wieder an den Rucksack und steigen die Rinne wieder ab.
Über schönen Firn geht es wieder zur Pizzini-Hütte und nach einem Zwischenbier und nach einer Abfahrt mit ein paar Tragestellen fellen wir wieder auf um zur Brancahütte aufzusteigen.
Auch die Brancahütte bietet einen angenehmen Aufenthalt, obwohl das 3er Zimmer recht klein ist.
Mittwoch 8.4.2026:
Erste Tour im Brancakessel wird der Punta San Matteo den wir recht einfach über den Forni-Gletscher erreichen. Im Aufstieg windet es recht stark, am Gipfel gibts aber ein windstilles Eck.
Wie an den Vortagen gibt auch heute perfekte Aussicht.
Die Abfahrt bietet teilweise überraschend guten Schnee und so sind wir mit kurzem Gegenanstieg wieder zurück auf der Hütte.
Donnerstag 9.4.2026:
Morgens gehts mit 200hm Abfahrt ins Tal hinunter. Mit abwechslungsreichem Aufstieg von Norden auf die Cima San Giacomo fahren wir 100hm ab und queren den Südhang der Cima San Giacomo um auf die Gletscherrampe zum Pizzo Tresero zu gelangen.
Auf den Pizzo Tresero gelangt man mit Ski bis hinauf und kann auch von oben abfahren. Der Schnee auf dem Gletscher ist ober wieder recht hart. Wir nehmen die nette Abfahrtsrinne westlich der Isla Persa und gelangen unter geschickter Vermeidung des Faulschnees wieder in den Talboden.
Nun wieder anfellen und nach 200hm auf der Hüttenterasse den Nachmittag einleiten.
Freitag 10.4.2026:
Da unser Bus im Martelltal nur über die Ostertage fuhr, ist unser Rückweg über Sulden gesetzt. Das Wetter ist noch recht sonnig aber es sind schon die ersten Wolken am Himmel. Mit frühem Start geht es zum Schluss recht steil hinauf zum Grat des Monte Pasquale. Für die zügige Rückreise lassen wir den Gipfel aus und gehen zu Fuss ein Stück abwärts zum Colle del Pasquale. Von dort mit Ski zunächst über ruppige Zastrugis hinunter. Schräg hinüber und nach Anfellen zur Casatihütte hinauf, wo die ersten kleinen Schneeflocken fallen. An dieser vorbei und mit einem nochmaligen Anstieg unterhalb der Suldenspitze hinüber zur Abfahrtsroute.
Nun wieder über ruppigen Schnee hinunter zur Skipiste, über die wir recht schnell die Bushaltestelle in Sulden an der Seilbahn erreichen.
Mit mehreren Umstiegen erreichen wir über Landeck Innsbruck. Flo fährt gleich nach Hause, Erik und Christof bleiben in Innsbruck.
Fazit:
Der Fornokessel ist eine Reise wert. Man kann sicher mehr als 3 Tage dort bleiben. Die Gletscher sind auch dort im Rückzug aber es sind immer noch viele verschiedene Touren möglich.
Für Wiederholer per ÖV: Die An/Abreise über die Schweiz über den Ofenpass ist viel schneller als über Landeck oder den Brenner. Man kann die Brancahütte auch über die Schweiz und Livigno erreichen bzw. von dort wieder nach Hause kommen. Leider bieten die länderbezogenen ÖV-Portale keine gute grenzüberschreitende Verbindungssuche. Google kann da helfen und/oder man jongliert mit 2 oder 3 Apps zur Verbindungssuche.










