Vom Hasli- ins Lötschental, eine Skidurchquerung, 13.-22.04.2019

Schon seit langem steht der Besuch des Konkordiaplatzes und der umliegenden Berge auf unserem Programm. Und am besten noch umrahmt mit einer längeren Skidurchquerung.

2018 macht uns das Wetter dann einen Strich durch die Rechnung. 2019 sind wir leider nur in verkleinerter Anzahl am Start. Uta und Ronja können leider nicht mit, so daß sich Julia, Uli, Christof und Erik am Samstag in der Früh mit der Bahn auf den Weg ins Haslital machen.

13.04.2019 – Bächlitalhütte

Mit 5x umsteigen und einer Seilbahnauffahrt kommen wir am Räterichsbodensee (unterhalb des Grimselpasses) an. Zunächst ist die Sicht noch gut – je näher wir der Bächlitalhütte kommen desto nebliger wird es. Die schlechte Sicht macht die Entscheidung für einen ausgedehnten Mittagschlaf einfach.

14.04.2019 – Obere Bächlilücke, Hubelhorn, Gaulihütte

Morgens ists noch ziemlich zugezogen so daß wir uns anfangs wünschen, wir wären später gestartet. Aber wie so oft wird die Sicht schnell besser und schon bald haben wir Traumwetter. Leider hat es nur ein paar Zentimeter geschneit – aber immerhin…

Die obere Bächlilücke ist von Süden  über die Leitern leicht zu erreichen. Nordseitig kann man von der letzten Stange ein paar Meter abseilen.

Nach einer kurzen Abfahrt fellen wir wieder an und steigen in Richtung Hienderstock auf.  Wir können von unten einen Blick auf die Hiendertelltilücke werfen, die einer der möglichen Übergänge ins Lauteraargebiet ist. An der Hubellücke, einem weiteren Übergang, gehen wir direkt danach vorbei. Hier könnte man sogar mit Ski nach Süden abfahren.

Das Hubelhorn nehmen wir noch mit und fahren dann zum Gaulisee ab. Weiter unten sorgen dann die schlechte Sicht und der nicht ideale Schnee für weniger Vergnügen. Aber irgendwann ist die Gaulihütte auch erreicht.

15.04.2019 – Ankebälli

Das Ankebälli erreichen wir bei Traumwetter und geniessen Pulverschnee und Firn. Kein Vergleich mit gestern.

16.04.2019 – Wetterhorn

Bis zur westlichen Wäterlimi ist das Wetter bescheiden. Aber ab hier bessert sich die Sicht deutlich und wir beschliessen, doch noch zum Wetterhorn – oder auch Weit Weg Horn zu gehen.

Bei guten Verhältnissen erreichen wir den Gipfel und gelangen zurück in die Rosenlaui. Hier zieht es wieder zu und somit ist der Rest der Tour nicht der Rede wert – ausser natürlich die insgesamt knapp 2200hm.

17.04.2019 – Lauteraarhütte übers Hiendertelltijoch

Auch heute nacht hat es nur ein paar Zentimeter geschneit – ein wenig mehr wäre besser gewesen.

Uli ist nicht so fit und so wählen wir den kürzesten Übergang übers Hiendertelltijoch. Mit Ski kommt man direkt unter die Felsen. Ein kurzes Stück Wühlen im Pulverschnee mit Griffen und Tritten an einer Felsstufe und schon wird es einfach. Südseitig vom Joch hinunter sind es nur ein paar Meter zu Fuss.

Die Abfahrt durch das wilde Gelände ist sehr schön. Um zur Hütte zu gelangen muss man noch mal anfellen.

Die Lauteraarhütte hat den Ruf, die schönste Hütte der Berner Berge zu sein, sicher nicht zu unrecht. Sie ist unbewartet – neben uns ist noch eine Gruppe mit Bergführer unterwegs, der Zugriff zum Essensdepot hat. Sehr schön ist das fliessende Wasser – wir können uns so zur Halbzeit unserer Tour noch mal waschen.

18.04.2019 – Oberaarjochhütte

Uli geht es leider nicht besser und so machen wir einen Schlenker zum Oberaarsee, wo sie durch einfaches Gelände mit Mobilfunkempfang zum Grimselpass und nach Oberwald hinunter kommt.

Julia, Christof und Erik machen sich auf den langen Hatsch zum Oberaarjoch. Auf der Oberaarjochhütte ist der neue Pächter dann doch schon anwesend, wir dürfen aber die gut ausgestattete Küche nutzen um unser mitgebrachtes Essen zuzubereiten. Den frisch gebackenen Kuchen nehmen wir aber doch noch mit.

19.04.2019 – Grosses Wannenhorn

Morgens ist die Sicht noch etwas schlecht und so ist die Abfahrt in Richtung Fieschergletscher kein Vergnügen. Schon bald gibt es mächtig Almabtrieb von der Finsteraarhornhütte herunter – kein Wunder um Ostern rum.

Am grossen Wannenhorn ist es aber noch ein wenig ruhiger und wir dürfen beide mögliche Gipfel für uns alleine geniessen. Die Sicht ist leider nicht gut, nur gelegentlich schaut das Finsteraarhorn heraus.

Die Abfahrt ist nicht schlecht und schon bald erreichen wir unser Materialdepot und im Anschluss die Finsteraarhornhütte.

Gut gefüllt wird diese die nächsten 3 Nächte unser Stützpunkt sein.

20.04.2019 – Finsteraarhorn

Heute haben wir nur das Finsteraarhorn auf dem Programm so daß wir uns erlauben, ein wenig später zu starten. Am Frühstücksplatz ist das obligatorische Skitragen angesagt. Bis hinauf ins Hugijoch geht es mit Ski – man merkt daß die letzten grossen Schneefälle schon eine Weile her sind.

Vom Joch bis zum Gipfel geht es auf guter Spur mit nur gelegentlicher leichter Kraxelei. Am Gipfel dürfen wir uns über gute Sicht und wenig Wind freuen.

Die Abfahrt ist erst weiter unten ein Spass – da firnt es dann auf.

21.04.2019 – Ochs und Grosses Fiescherhorn

Leider ist das Wetter heute nicht das beste. Über den Fischerfirn gehts hinauf. Einen eisschlaggefährdeten Bereich können wir nicht ganz vermeiden. 

Im Aufstieg bietet sich ein Abstecher zum Ochs an. Christof und Erik gehen hinüber, Julia macht Pause. Auf dem Gipfel hat man einen guten Blick zur Schreckhorn-Lauteraarhorn-Überschreitung, die Erik mal gemacht hat.

Nun gehts in den Fieschersattel. Julia entscheidet sich, den Gipfel (Hinteres Fiescherhorn) auszulassen. Man kann mit einmal Abseilen über den ganzen Grat gehen oder erst mal rechts herum und über eine kurze Kletterstelle den Grat gewinnen. Wir nehmen das letztere. Am Gipfel ist die Sicht leider nicht die beste. Im Abstieg seilt man die Kletterstelle ab.

Die Abfahrt ist leider nicht der Traum. Es firnt nicht auf und die Sicht ist nicht die beste. Nach viel Schütteln und Rütteln sind wir wieder unter der Finsteraarhornhütte und fellen an.

Da am nächsten Tag abends das Schlechtwetter kommen wird, entscheiden wir uns, gemeinsam am nächsten Tag ins Lötschental abzufahren.

Der letzte Abend auf der Finsteraarhornhütte ist wieder recht stressig. Die Hütte ist voll, die Luft ist schlecht und alle Fenster geschlossen.

22.04.2019

Morgens geht es über die Grünlücke auf den Konkordiaplatz. Nach einem langen Hatscher gelangen wir auf den Gletscherhornfirn und steigen Richtung Gletscherjoch auf. Der Plan ist, die Äbni Flue zu überschreiten. Leider sehen die Verhältnisse in der Ostflanke nicht so gut aus, es ist Blankeis zu sehen.

Um im Zeitlimit zu bleiben, fahren wir wieder zum Aletschfirn ab, fellen an und gelangen unter der Konkordiahütte auf die Lötschenlücke.

Die Abfahrt zur Fafleralp und der Fussabstieg über die Strasse nach Blatten ist schnell erledigt. Recht schnell sitzen wir im Zug nach Karlsruhe und sind nach 9 Tagen wieder daheim.